Wem der ganz eigene Charme der Siebdruck-Ergebnisse noch nicht zusagt, weil er beispielsweise die feinen Details seiner Motive und Vorlagen erhalten will, kann mittlerweile auf modernere Druckverfahren zugreifen. Aber an dieser Stelle ist zu empfehlen, das Kind doch lieber nicht gleich mit dem Bade auszuschütten.

Wie wärs mit einem Experiment?

Man sucht sich eines seiner Lieblingsmotive aus und lässt es einfach in beiden Druckverfahren herstellen. Am Ende kann man dann direkt miteinander vergleichen, was die vermeintlichen Vor- und Nachteile der einen oder anderen Technik denn wirklich sind. Ich bin überzeugt, dass man selbst mit dem einfachen Siebdruckverfahren mit etwas fachkundiger Vorbereitung seiner Motive, Ergebnisse erzielen kann, die zwar nicht als super-realistisch und naturgetreu, aber dennoch als fotografisch und qualitativ hochwertig wahrgenommen werden, und von vielen sogar, nach wie vor, bevorzugt werden.

Keine Frage, der letzte Schrei im Bereich der Drucktechnologie für T-Shirt-Drucker ist der sogenannte Sublimationsdruck. Aber er wird wohl vorerst nur eine weitere Methode neben der herkömmlichen bleiben. Natürlich kann man auch beim automatisierten Siebdruck nicht die gestochen scharfe Fotoqualität erreichen, aber man sollte sich vielleicht im Hinblick auf Roy Lichtensteins Comic-Stil fragen, ob das überhaupt der Fall sein muss oder sollte.

Sublimationsdruck vs. manueller Siebdruck

Beim traditionellen Siebdruck kann man während des eigentlichen Druckprozesses noch selber Hand anlegen. Und beim Sublimationsdruck legt man im Wesentlichen beispielsweise sein T-Shirt in die Maschine und wartet, bis es fertig bedruckt ist. Man wird feststellen, dass die Ausstrahlung der Druckergebnisse der zweiten Methode irgendwie zu perfekt sind. Die Motive können noch so cool sein: Das Look and Feel wirkt meist zu technisch produziert. Viele finden, dass sie irgendwie zu glatt sind und es ihnen an Persönlichkeit fehlt.

Wenn man beim manuellen Siebdruck Motive mit mehreren Farben drucken will, muss man für jede einzelne einen separaten Film belichten und auch jede Farbe einzeln aufdrucken. Das kostet ohne Frage mehr Zeit und ist relativ aufwendig. Aber Fotorealismus muss nicht die höchste Form der Kunst sein. Weder in der Kunst, noch bei den Produkten für den Massenmarkt, wie beispielsweise Kleidungsstücken, geht es nie nur um die Motive oder die Drucktechniken. Die beiden müssen aufeinander abgestimmt werden.

Die automatische Siebdruckmethode ist, im Vergleich zur automatischen Sublimationsdruck-Methode, immer noch bis dreißigmal schneller. Das dürfte bei kommerziellen Projekten mit sehr hohen Auflagen noch immer das Zünglein an der Wage sein. Unabhängig davon lässt sich stark bezweifeln, dass die momentane Alternative das Siebdruckverfahren verdrängen oder ersetzen wird. Ich empfehle: Einfach mal ausprobieren!