Es sieht so kinderleicht aus. Dabei gehört einiges an Disziplin dazu, mittels der Siebdrucktechnik, selbst manuell tolle Plakate und T-Shirt-Drucke herzustellen. Aber dank Andy Warhol kann selbst ein versehentlicher Druckversatz den eigenen Werken den so sehr erwünschten künstlerischen Touch verleihen. Im Prinzip braucht man nur die Farbe Schwarz für seine Grundformen und ein bis fünf weitere zusätzliche Farben des etwas bunteren Spektrums, die man darunter legt. Da eines der spannenden Aspekte des Siebdrucks die Serienproduktion selbst ist, kann man sich leicht von der Klasse auf die Masse verlagern. Durch diese spezielle Drucktechnik kann man auch seine Begeisterung für die Farbe an sich wiederfinden.

Experiment der Farbhypnose

Wenn man einmal nicht mehr weiß, was man eigentlich noch machen soll, kann man einfach das Medium zur Botschaft erheben, wie es die großen Künstler der Moderne vor und für uns getan haben. Man muss einfach nur den Spieß umdrehen, und zwar ganz genau so, wie es Andy getan hat.

Beispielsweise könnte man in den nächsten Supermarkt rennen und in der Abteilung für Putzmittel den guten alten Meister Proper in der grünen Flasche schnappen und mit nach Hause nehmen. Als Nächstes macht man ein Foto, genauer gesagt eine Nahaufnahme von der grünen Flasche mit dem Allzweckreiniger in Zitrusfrische. Am besten stellt man die Flasche dazu vor einen neutralen Hintergrund. Wenn man das Ding dann im Kasten hat, hat man zwei Möglichkeiten. Bei der ersten wandelt man das Foto komplett in Schwarz-Weiß um und überzeichnet die Konturen der wichtigsten beiden Objekte. Hilfsweise kann man dazu mit den Kontrasten spielen. Bei der zweiten macht man eine Farbseparation.

  • Als Erstes druckt man nur die Flaschenform in Limonengrün, mittig und flächenfüllend, auf das T-Shirt.
  • Dann legt man als Zweites die Schwarzanteile, die ursprünglich auf dem Foto blau waren, darüber. Dafür sollte man nicht zu akkurat vorgehen. Es geht nicht darum, die Motive perfekt zu überlagern und wie auf dem Foto darzustellen. Im Gegenteil, wir dürfen keine Kopie machen, sondern nur Kunst. Vielmehr sollte Meister Proper richtig groß abgebildet werden, noch größer als seine Flasche.
  • Als drittes könnte man den roten Schriftzug aus seinem ursprünglichen Layout entfernen und zerreißen. Beispielsweise lässt man in seiner Komposition nur die Buchstaben „Meis“ und „Pro“ mit einem Rest vom „p“ stehen. Das Ganze druckt man an den unteren Rand des Shirts.

Alles was man dazu benötigt, sind im Prinzip weiße T-Shirts, einen kleinen Siebrahmen, die Siebdruckfarbe für Textilien in Grün, Schwarz und Rot. Natürlich auch einen Rakel und die Fotoemulsion. Wie gesagt sind drei Motive auf drei unterschiedlichen Folien herzustellen.

Und eines ist sicher: Sie werden eine Serie an T-Shirts haben, die garantiert kein anderer hat, selbst dann nicht, wenn er sich auch den Meister Proper als Motiv gewählt hat. Man sollte nur darauf achten, die Motive genügend zu verfremden, damit das Ganze Collage und Kunst ist.