Wenn man sich den Markt mit all den verschiedenen Druckservice-Angeboten anschaut, kann man sehr leicht den Überblick verlieren. Bei genauerer Betrachtung wird man feststellen, dass die Dienstleister jeweils ähnliche aber im Detail auch sehr unterschiedliche Drucktechniken verwenden. Technik-Affine und Spezialisten kennen die jeweiligen Unterschiede ganz genau. Und fleißige Verkäufer werden auch versuchen, solche Produkte zu verkaufen, die aus der Perspektive der Effizienz eher zweifelhaft wirken. Dabei könnte man mit Sicherheit mit nur zwei oder drei der gängigen Drucktechniken perfekt zurechtkommen.

Siebdruck

Die Siebdrucktechniken eignen sich für Textilien, wie beispielsweise Baumwolle oder Filz, sowie spezielle Papier- und Kartonsorten und auch für härtere glatte Oberflächen, wie Kunststoffe oder Metall. Die gängigsten Siebdruckformate im privaten Einsatz sind handlich bis mittelgroß. Es gibt kleine Minisieb-Formate von beispielsweise 20 x 30 Zentimetern bis hin zu den Formaten großer Plakate. In großen Maschinenparks lassen sich aber auch Formate von bis zu etwa zwei mal vier Metern finden. Es gibt Maschinen, die Auflösungen von circa 1270 dpi erreichen, allerdings sind die Auflösungen von mehr als 600 dpi für das bloße menschliche Auge, bei normaler Betrachtung, kaum mehr sichtbar. Und druckt man auf Materialien wie Stoffen mit den gängigen erhältlichen Sieben, müssen die Methoden akribisch geplant werden, um solche hochauflösenden Druckbilder tatsächlich umsetzen zu können.

Rollen-Offsetdruck

Dieses Druckverfahren eignet sich vorwiegend für den Druck auf speziellen Materialien wie Papieren und findet Einsatz im Bücher-, Zeitungs-, Werbe- und Verpackungsdruck. Es können theoretisch endlos lange, bis maximal etwa drei Meter breite Bahnen bedruckt werden. Wie der Name schon vermuten lässt, werden nicht nur die Bilder aufgewalzt, sondern meist auch das zu bedruckende Papier auf Rollen zur Maschine gebracht.

So innovativ die Technik seinerzeit auch gewesen sein mag, in Fachkreisen wird bereits spekuliert, dass es in etwa zwanzig Jahren keine Zeitungen mehr geben wird, weshalb sich vermuten lässt, dass diese Drucktechnik eine der ersten sein wird, die dann nur noch selten zum Einsatz kommen wird. Bei diesem Verfahren werden die Papierbahnen in der Regel gleichzeitig und beidseitig bedruckt. Es sind hochauflösende Druckbilder erreichbar. Allerdings wird in der Zeitschriften- oder Zeitungsindustrie aus ökonomischen Gründen das zu druckende Material gerastert. Die gängigen Farben sind nicht wirklich langlebig und müssten zum Zweck der Haltbarkeit zusätzlich versiegelt werden.

Offsetdruck

Der herkömmliche Offsetdruck, auch Plattenoffset genannt, eignet sich vorwiegend für Materialien wie Papier oder dünnen Kartons. In der Industrie werden neben Papier und Karton für beispielsweise Plakate, Broschüren oder Umschläge auch Kunststofffolien, Glas und Keramik oder Bleche bedruckt. Auf den gängigsten Offsetmaschinen sind Formate bis zu 1,2 x 2 Meter realisierbar. Auch hierbei sind hochauflösende Druckbilder möglich. Allerdings werden Vorlagen zunächst vor dem Druck gerastert und in einzelnen Lagen aufgetragen, um zu sparen. Die Druckfarben sind an sich nicht besonders haltbar. Wer mehr Haltbarkeit will, muss eine zusätzliche UV-Lackschicht auftragen lassen.

Platten-Direktdruck

Der Plattendirektdruck kann, wie die Siebdrucktechnik, auf härteren glatten Oberflächen wie Kunststoffen, wie Acryl oder Metallen, sowie Verbundstoffen, wie dem allseits bekannten Alu-Dibond Fotodruck, verwendet werden. Es lassen sich beispielsweise Formate bis 2,5 x 4 Meter bedrucken. Aber theoretisch ist die Größe der druckbaren Formate noch etwas skalierbar, da größere Tische gebaut werden könnten. Mit bestimmten Druckmaschinen können Auflösungen von 1.080 bis 1.440 dpi erreicht werden. Somit lassen sich gestochen scharfe Fotografien umsetzen. Je nach Einsatzzweck der Druckfarbe können die Produkte noch nach Jahrzehnten wie neu aussehen. Im Außenbereich muss zusätzlich mit Laminierungen oder Versiegelungen gearbeitet werden. Allein die UV-Strahlen und Witterungen werden den Druckbildern im Außenbereich ziemlich zusetzen.