Bei fast allen Siebdruckverfahren werden die folgenden vier Grundschritte durchlaufen. Sie sollen zum Grundverständnis der Druckmethode beitragen und der Orientierung dienen.

1 – Das Motiv

Flächige Motive werden mit Schwarz auf transparente Folie gedruckt. Für Anfänger gilt: je flächiger und einfacher, desto besser. Am besten fängt man auf Kartoffeldruck-Niveau an, um die Technik zu verinnerlichen. Bei komplett geschlossenen Flächen besteht erhöhte Gefahr des Verschmierens.

2 – Siebbelichtung

Das Motiv kommt jetzt auf das Sieb. Fortgeschrittene machen diese Übertragung mit einer Emulsion. Weil Emulsionsflüssigkeit so teuer ist, klebt man den größten Teil der Fläche des Siebes am besten zwischen der späteren Position des Motivs und dem Metallrahmen mit speziellem Paketband ab. Zwischen Motiv und Klebeband sollten aber wenigstens vier Zentimeter Abstand bleiben, da sonst nicht sauber gerakelt werden kann. Das Sieb wird im übrigen Bereich gleichmäßig deckend mit Fotoemulsion eingestrichen. Die Schicht muss anschließend am besten in der Trockenkammer trocknen. Die Vorlagenfolie wird mit transparenten Klebestreifen am Sieb fixiert. In der Belichtungskammer wird das Sieb einige Sekunden belichtet. Die Emulsion reagiert mit dem Licht an den transparenten Stellen des Motivs und härtet aus. In den schwarzen Bereichen der Motive findet keine Reaktion statt. Nach der Belichtung kann die Vorlage entfernt werden. In der Waschkammer werden mittels Wasserspülung die nicht ausgehärteten Emulsionsreste ausgewaschen. Das Sieb muss jetzt trocknen. Hinweis: Für Unerfahrene empfiehlt es sich, den Vorgang zunächst ohne Siebbelichtung zu durchlaufen. Wie das geht, wird hier am Beispiel des T-Shirt Siebdrucks sehr gut illustriert.

3 – Vorbereitung zum Druck

Das Sieb wird am Rahmenhalter des Tisches befestigt, so das die flache Seite beim Runterklappen auf der Tischfläche bündig aufliegt. Der Rahmenhalter wird samt Sieb hochgeklappt. Das zu bedruckende Material, beispielsweise der Papierbogen für ein Plakat, wird mittig auf den Tisch gelegt. Die Saugfunktion des Tisches wird aktiviert. Mit Klebestreifen werden die Ecken des Plakatrandes auf dem Tisch gerahmt. Dadurch kann nach dem Druck des ersten Exemplars genau bestimmt werden, wo die folgenden Exemplare derselben Größe zu platzieren sind. Die Saugfunktion fixiert das Plakat während des Druckvorganges und verhindert das Verrutschen. Außerdem verhindert sie, dass das Plakat beim Hochklappen des Rahmenhalters nach dem Druck am Sieb kleben bleibt.

4 – Der Druck

Der Rahmenhalter wird samt Sieb auf das Plakatpapier heruntergeklappt. An der innenliegenden Oberkante des Siebrahmens, im Zwischenraum von Metallrahmen und dem eigentlichen Motiv, wird jetzt parallel zur oberen Rahmenkante ein Streifen flüssiger Farbe aufgetragen. Es sollte noch genügend Abstand zum Metall, aber auch zum Motiv gelassen werden, um Schmierereien zu vermeiden. Oberhalb des Farbstreifens kann jetzt der Rakel aufgesetzt werden. Am besten wird der Rakel beidhändig und mit moderater Kraft auf das Sieb gedrückt. Jetzt wird der Rakel in Richtung des Körpers gezogen. Man kann sehen, wie die Farbe gleichmäßig in den Durchschuss des Siebes eindringt und das Motiv auf dem zu bedruckenden Objekt entsteht. Im besten Fall reicht das einmalige Rakeln. Manchmal schadet es auch nicht, den Vorgang in umgekehrter Richtungsabfolge noch mal zu wiederholen. Es bedarf einiger Übung herauszufinden, wie viel Farbe letztendlich effizienterweise am oberen Rand aufzutragen ist. Zuviel Farbe führt schnell zu Schmierereien an den Arbeitsgeräten und verursacht unsaubere Druckergebnisse. Beim Nacharbeiten muss der Rakel auch nicht komplett mit Farbe geladen werden.